Vom Induktionsgerät zum passenden Wärmeprozess
Eine Fügezone braucht mehr als eine passende Kilowattleistung. IEW entwickelt dafür Induktoren, Regelung und Arbeitsplätze – vom handgeführten Erwärmen bis zum Löt-Rundtakt. Entscheidend ist, welche Wärme tatsächlich am Bauteil ankommt und wie das Ergebnis geprüft wird.
Das Wichtigste in Kürze
Erwärmung passend zum Teil
Feste und bewegliche TTH-Stationen werden mit Induktor, Kühlung und Temperaturregelung kombiniert. [S02][S03][S04]
Die richtige Temperatur an der richtigen Stelle
Ein Werkzeug mit aufgelöteter Schneide stellt zwei Anforderungen gleichzeitig: Das Lot muss die Verbindung herstellen, der Schneidstoff darf thermisch nicht geschädigt werden. Bei einer Rohrbaugruppe kommen Positionierung, Schutzgas und die Zuordnung des richtigen Programms hinzu. Eine leistungsfähige Wärmequelle allein löst diese Aufgaben noch nicht.
Die IEW Induktive Erwärmungsanlagen GmbH aus Gumpoldskirchen entwickelt Geräte und kundenspezifische Anlagen für solche Prozesse. Das Programm reicht von Induktionsgeneratoren mit fester Erwärmungsstation oder beweglichem Handtransformator über Induktoren und Steuerung bis zu Löt- und Härteanlagen. Hinzu kommen Vakuumlötanlagen für Chargen. Die Firma ist im österreichischen Firmenbuch unter FN 163686s eingetragen; die Schweiz wird laut Kontaktübersicht aus Österreich betreut. [S01][S02][S13][S18]
Die sinnvollste erste Frage lautet deshalb: Welcher Bereich welches Werkstücks soll welchen Temperaturverlauf durchlaufen? Erst daraus folgen Leistung, Frequenz, Induktorform und Handhabung. Eine örtliche Wärmebehandlung kann eine andere Auslegung verlangen als ein vollständig durchgewärmtes Teil oder eine Charge. [S14][S09]
Generator, Induktor und Ablauf zusammen auslegen
Bei der Induktion erzeugt die Spule ein wechselndes Magnetfeld. Im elektrisch leitfähigen Werkstück entstehen Ströme, deren Verluste es erwärmen. Werkstoff, Temperatur, Frequenz und Abstand zur Spule bestimmen, wie sich die Energie verteilt. Eine automatische Resonanzsuche des Generators ersetzt deshalb keine anwendungsspezifische Auslegung des Induktors. [S14][S09][D03]
Die aktuellen TTH-Webtabellen nennen für die stationären Dauerbetriebsgeräte 2–25 kW und für die mobilen Geräte 2–15 kW bei 70–450 kHz. Gemeint ist die HF-Klemmenleistung, nicht die im Werkstück absorbierte Wärme. Die kleineren stationären TTHxt sind mit 2–5 kW und 70 % Einschaltdauer aufgeführt. Kühlung und Einschaltfolge gehören damit zur Geräteauswahl. [S03][S04][D03]
Zum eigentlichen Prozess wird das System durch seine Peripherie. Die SPS kann Temperaturprofile und Ventile oder Bewegungen steuern. IEW nennt bis zu 100 speicherbare Programme; das Datenblatt von 2016 unterscheidet zusätzlich zehn Kurzwahlprogramme. Der kleinere Regulus führt Rampen und Sollwertfolgen aus. Sensortherm-Pyrometer dienen der Temperaturerfassung und werden von IEW angeboten; sie sind kein Beleg für eigene Sensorfertigung. [S05][D04]
- 01 → AUSGANGSPUNKT
Wärmewirkung festlegen
Werkstoff, Geometrie, Fügezone und zulässigen Temperaturverlauf bestimmen.
- 02 → VERFAHREN
Kopplung und Ablauf abstimmen
Induktor, Generator, Messung, Kühlung und Handhabung aufeinander beziehen.
- 03 → ERGEBNIS
Das Bauteil prüfen
Temperaturfolge und Takt dokumentieren; Verbindung oder Härtezone nach vereinbarten Kriterien bewerten.
Die Regelung muss zur messbaren Stelle und zum Werkstoff passen. Quelle: [S09][S14][S15]
Wie viel Anlage der Auftrag umfasst
Beim IBU115 beschreibt IEW einen Arbeitsplatz für Edelstahlrohrbaugruppen: Ein Träger wird erkannt, das passende Rezept aufgerufen und der Lötvorgang unter Schutzgas protokolliert. Der Rundtakttisch IRT210 verbindet zwei Lötstationen mit Handhabung und einer Ausschleusung bei Parameterabweichungen. Andere Arbeitsplätze bleiben stärker manuell. Diese Beispiele zeigen unterschiedliche Automatisierungsumfänge; sie sind keine austauschbaren Standardmaschinen. [S06]
Das Unternehmen im Überblick
Snapshot separat öffnen ↗Eine Kurve zeigt den Ablauf, das Teil zeigt die Qualität
Die veröffentlichten Anlagenbeschreibungen sind konkret genug, um den Lieferumfang einzugrenzen. So ordnet IEW dem IBU115 eine Auslegung für 30000 Bauteile pro Jahr mit je zwei Lötstellen zu. Die IHU108 wird als Härtestation in einer Schulungszelle beschrieben. Bei der IHU110 stammen Becken und Aufnahme vom Kunden. Solche Angaben erklären, was die jeweilige Lösung umfasst; sie ersetzen keine abgenommene Serienleistung. [S06][S07]
Was die Quellen zeigen
Produktvarianten, Regelung und mehrere beschriebene Prozesskonfigurationen sind nachvollziehbar dokumentiert. Die Datenblätter nennen elektrische und räumliche Grenzen. [S03][S04][D03][D04]
Was noch zu prüfen ist
Beim konkreten Teil zählen beispielsweise Fugenfestigkeit, Dichtheit, Gefüge, Härteverlauf und Maßhaltigkeit. Eine Parameterabweichung zu erkennen ist nicht dasselbe wie die Verbindung mechanisch zu prüfen.
Für VVBM150 und VVBM200 beschreibt IEW einen vertikalen Vakuumraum mit Turbopumpe und drei geregelten Heizzonen. Die Flyer nennen als nutzbaren Arbeitsraum Ø 134 × 240 mm beziehungsweise Ø 180 × 350 mm und etwa 950 °C Maximaltemperatur. Das größere Kammerrohr ist nicht vollständig nutzbarer Arbeitsraum. Die VVBM200 bietet Partialdruckregelung; aktive Stickstoffkühlung ist eine Option. Ein direkter induktiver Wärmeeintrag in jedes Chargenteil ist durch diese Unterlagen nicht belegt. [S10][D01][D02]
Beladung und ähnliche Bauteilgrößen sind hier wesentlich für die Temperaturführung. Eine mögliche Homogenität unter 10 °C muss am relevanten beladenen Prozess geprüft werden. Flyerangaben zu Schnellzyklus, Energiepreis und Ausbringung liefern ohne die zugehörige Charge und Betriebsannahmen keine allgemeine Takt- oder Kostenzusage. [D01][D02]
Wann eine andere Wärmequelle genügt
Induktion ist vor allem dann eine prüfenswerte Lösung, wenn Wärme räumlich und zeitlich gezielt in eine zugängliche metallische Zone gelangen soll. Eine vorhandene Flamme kann für einen einfachen, beherrschten Lötfall ausreichen. Ein Ofen kann sinnvoll sein, wenn eine ganze Charge gleichmäßig durchwärmt werden soll. IEW benennt selbst Homogenitätsgrenzen bei induktiver Probenheizung gegenüber Ofenerwärmung. [S14][S22]
| Ansatz | Geeignet, wenn … | Zu klären |
|---|---|---|
| Induktionsplatz | Eine lokale Metallzone gezielt erwärmt werden soll. | Kopplung, Temperaturfeld, Handhabung und Takt. |
| Flamme oder bestehender Ofen | Der vorhandene Prozess die geforderte Verbindung und Wärmewirkung bereits erreicht. | Gleiche Fugenqualität, Durchsatz und Wärmeeinflusszone. |
| Vakuumcharge oder Lohnlöten | Lot, Oberflächenanforderung und Charge einen solchen Prozess verlangen. | Beladung, Lotwahl, Gesamtfolge und Lieferumfang. |
Die entscheidende Grenze: Leistung und Regelung müssen zum Werkstoff, zur Geometrie und zum zulässigen Zeit-Temperatur-Fenster passen. Ein vorhandenes geeignetes Verfahren wird nicht allein durch eine andere Wärmequelle besser.
Für kleine Mengen oder die Anlaufphase bietet IEW Vakuum-Lohnlötungen und Prozessentwicklung an. Das schafft eine Alternative zum sofortigen Anlagenkauf. Ob sie passt, hängt von Menge, Prüfanforderung, Termin und konkreter Offerte ab. [S16][S17]
Die Beschaffung mit dem Originalteil beginnen
Für Werkzeughersteller, Maschinenbauer und Wärmebehandler liegt der übertragbare Gedanke in der gemeinsamen Auslegung von Wärmequelle und Prozess. Schrumpffügen braucht ein Montagefenster; wärmeaktiviertes Kleben eine geeignete metallische Wärmeeinkopplung; eine Härtezone zusätzlich den passenden Abschreckablauf. Für diese Anwendungen führt IEW Angebote, ihre Eignung bleibt am jeweiligen Bauteil zu klären. [S19][S20][S07]
Vor einer Bestellung sollten Engineering und Qualität festlegen, welche Teile, Varianten und Prüfmerkmale der Lieferant übernimmt. Produktion und Einkauf ergänzen Handhabung, Medienversorgung und Serviceumfang. Bei älteren Datenblättern gehören die konkrete Version und die abweichenden Maße der Erwärmungsstation auf die Prüfliste. Eine aktuelle, im Geltungsbereich geprüfte Zertifizierungsurkunde liegt für diese Darstellung nicht vor. [S03][D03][S16]
Quellen & Methode
Produktseiten, öffentlich beschriebene Anwendungsfälle und Originaldatenblätter von IEW; rechtliche Identität mit öffentlichen EVI-Firmenbuchdaten abgeglichen. Die Anlagenfälle und Leistungsangaben bleiben Anbieterangaben. Eigene Beobachtungen beim Kunden und Abnahmeberichte liegen nicht vor. Verfahrenseinordnung und Prüfvorschläge sind redaktionelle Ableitungen. Geprüft am 20.10.2026; die Copyrightangaben 2016 in den TTH-/SPS-Datenblättern bleiben erhalten.
- [S01] ImpressumOriginalquelle öffnen · geprüft 20.10.2026 · Unternehmensquelle / Anbieterangabe
- [S02] Produkte und LieferprogrammOriginalquelle öffnen · geprüft 20.10.2026 · Unternehmensquelle / Anbieterangabe
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- [S07] Härteanlagen und AnwendungsfälleOriginalquelle öffnen · geprüft 20.10.2026 · Unternehmensquelle / Anbieterangabe
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- [S09] Induktoren-DesignOriginalquelle öffnen · geprüft 20.10.2026 · Unternehmensquelle / Anbieterangabe
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- [D01] VVBM150 · Flyer im Uploadpfad September 2025Originalquelle öffnen · geprüft 20.10.2026 · Unternehmensquelle / Anbieterangabe
- [D02] VVBM200 · Flyer im Uploadpfad September 2025Originalquelle öffnen · geprüft 20.10.2026 · Unternehmensquelle / Anbieterangabe
- [D03] TTH2/TTH3/TTH5 · Datenblatt 160308, Copyright 2016Originalquelle öffnen · geprüft 20.10.2026 · Unternehmensquelle / Anbieterangabe
- [D04] SPS · Datenblatt 160307, Copyright 2016Originalquelle öffnen · geprüft 20.10.2026 · Unternehmensquelle / Anbieterangabe