Sauber genug für den nächsten Schritt
Eine Optik vor der Beschichtung braucht eine andere Reinigung als eine Form mit hartnäckigen Belägen. Borer Chemie verbindet in Zuchwil spezialisierte Chemie mit der Entwicklung des passenden Prozesses.
Das Wichtigste in Kürze
Die Chemie folgt der Oberfläche
Borer bietet eigene Produktlinien für Optik, Metalle, Vakuumkomponenten, Medtech-Fertigung und Formen. [B06]
Vom Bauteil zum Prozess
Schlüsselteile und Akzeptanzkriterien bilden den Ausgangspunkt für Versuche, Anlagenübertragung, Schulung und Monitoring. [B06]
Die Reinigung hat einen Auftrag
Eine Glasoberfläche durchläuft mehrere Fertigungsschritte, bevor sie im fertigen Sensor sitzt. Borer beschreibt dies am Deckglas eines Bildsensors: Reinigung nach der Bearbeitung, vor der Antireflexbeschichtung und erneut im weiteren Schicht- und Montageprozess. Jede Stufe bringt einen anderen Ausgangszustand mit. [B03]
Die nützliche Frage lautet deshalb: Welche Rückstände müssen vor welchem Folgeschritt entfernt sein? Borer Chemie AG aus Zuchwil entwickelt und produziert Reinigungs- und Desinfektionsprodukte. Im Industriegeschäft reicht das Angebot von Präzisionsoptik und Metallen über Vakuumkomponenten bis zur Formenreinigung. Medical und Life Sciences gehören ebenfalls zum Unternehmen; hier geht es um die industrielle Fertigung. [B01] [B06]
Ein greifbares Beispiel ist deconex OP 163. Das Datenblatt beschreibt eine neutrale, salzfreie Formulierung mit Tensiden und Lösungsvermittlern für leichte Rückstände auf Präzisionsoptik. Sie ist für die Vorbereitung auf Inspektion, Beschichtung oder Montage vorgesehen. Das ist ein eng bestimmter Reinigungsauftrag. [B10]
Chemie, Anlage und Teil müssen zusammenpassen
Beim genannten Optikreiniger helfen Tenside, die Oberfläche zu benetzen und leicht anhaftende organische und anorganische Rückstände zu entfernen. Für Ölreste auf Hartmetall- und HSS-Teilen vor PVD- oder CVD-Beschichtung beschreibt Borer dagegen den mildalkalischen HT 1217. [B10] [B12]
Borer fasst die Entwicklung in sieben Schritte: Anforderungen und Schlüsselteile bestimmen, Akzeptanzkriterien und Analytik festlegen, den Prozess entwickeln, am Kundenstandort einrichten, schulen und überwachen. Das Test- und Trainingszentrum stellt dafür Versuchs- und Anlagenmöglichkeiten bereit. [B06]
- 01 → AUSGANGSPUNKT
Teil und Rückstand
Werkstoff, Geometrie, Verschmutzung und geforderten Folgezustand beschreiben.
- 02 → VERFAHREN
Passender Prozess
Chemie und Anlage zusammen erproben; Reinigung, Spülung und Handhabung aufeinander abstimmen.
- 03 → ERGEBNIS
Prüfbare Oberfläche
Das reale Teil mit der vereinbarten Methode für seinen nächsten Schritt abnehmen.
Redaktionelle Zusammenfassung des angebotenen Entwicklungsablaufs und der allgemeinen Reinigungsvalidierung. [B06] [F02]
Das Unternehmen im Überblick
Snapshot separat öffnen ↗Ein stabiles Bad ist erst ein Teil des Nachweises
Endress+Hauser beschreibt, wie Borer im Test- und Trainingszentrum die Konzentrationsmessung mit Teqwave demonstriert. Das zeigt einen konkreten Baustein der Prozessführung: die Konzentration des Reinigungsmittels verfolgen. [B05] [F02]
Den Prozess führen
Badkonzentration und weitere Prozessparameter helfen, einen entwickelten Ablauf kontrolliert zu betreiben. Der Teqwave-Fall ist eine Partnerdarstellung aus dem Borer-Zentrum. [B05]
Das Ergebnis prüfen
Partikel und organische Filme verlangen unterschiedliche Analytik. Fraunhofer IPA beschreibt dafür unter anderem Partikelmessung und thermoextraktionsgekoppelte Gaschromatographie/Massenspektrometrie. [F01]
Für Vakuumkomponenten bietet Borer mit HPC ein Paket aus Chemie, Prozessunterstützung und Dokumentation an. Die Broschüre nennt Untersuchungen anhand von OEM-Spezifikationen und Prüfungen durch akkreditierte Labore. Wer eine bestimmte Reinheitsklasse benötigt, braucht den zu seinem Teil und seiner Spezifikation passenden Datensatz. [B14]
In der Medtech-Fertigung erfüllt MT 21 einen anderen Zweck: die Fein- und Endreinigung von Instrumenten und Implantaten. MT 41 dient der Passivierung vorgereinigter Edelstahloberflächen. Die im Datenblatt gezeigten Oberflächenanalysen ersetzen keinen für das konkrete Produkt festgelegten Korrosionsnachweis. [B15] [B16] [B07] [B08]
Aufarbeiten verlangt mehr als eine entfernte Schicht
Borers Entschichtungsangebot macht die Unterschiede besonders deutlich. de-coat 500/600 adressiert passende Antireflexsysteme auf Kunststoffoptik; de-coat 100 benannte Hartstoffschichten auf Hartmetall und Verbundmaterial. Bei beiden ist nach der Schichtentfernung zu prüfen, ob der Grundkörper für die nächste Beschichtung noch geeignet ist. [B11] [B18]
Für Spritzgussformen beschreibt die MC-Broschüre wiederum getrennte Abläufe für Stahl und Aluminium: reinigen, spülen und im Stahlprozess gegebenenfalls konservieren. Formreinigung, optische Entschichtung und Hartstoff-Rework sind eigenständige Aufgaben mit unterschiedlichen Prozessbedingungen. [B17]
| Ansatz | Geeignet, wenn … | Zu klären |
|---|---|---|
| Borer-Prozess entwickeln | Neue Teile, Rückstände oder Anforderungen Chemie und Prozessentwicklung verlangen. [B06] | Transfer in die reale Anlage und Abnahme des Ergebnisses. |
| Bestandsprozess behalten | Er die geforderte Reinheit und Folgefunktion reproduzierbar erreicht. | Prüfgrundlage auch bei geänderten Teilen aktuell halten. [F02] |
| Alternative Chemie erproben | Ein anderer Anbieter die gleiche Aufgabe adressiert. NGL bietet dafür ein Schweizer Application Center. [P02] | Gleiche Teile, Bedingungen und Akzeptanzkriterien vergleichen. |
Die entscheidende Grenze: Werkstoff, Beschichtung und Anlage müssen zum konkreten Produkt passen. Das optische de-coat-System bildet Flusssäure und verlangt entsprechende Fachanlage, Schutz- und Entsorgungsvorkehrungen; es ist auf Präzisions-, Mineral- oder Saphirglas nicht allgemein übertragbar. [B11]
Ein eigenes Testzentrum ist eine brauchbare Ressource, begründet für sich aber keinen Vorsprung. Auch NGL beschreibt Anwendungstests und Analytik. Ein belastbarer Vergleich muss deshalb am selben Bauteil und Zielzustand ansetzen. [P02] [B06]
Mit dem schwierigsten repräsentativen Teil beginnen
Das Angebot ist dort besonders anschlussfähig, wo Produktion, Prozessengineering und Qualität gemeinsam eine spezifizierte Oberfläche herstellen müssen. Borer bringt Chemie und Prozessunterstützung ein; der Hersteller muss seinen Werkstoff, die Fertigungsrückstände und die geforderte Folgefunktion konkretisieren. [B06]
Zur Entscheidung gehören auch Spülwasser, Trocknung, Verpackung und Transport. Sie können den erreichten Zustand verändern. Wirtschaftlich müssen ausser der Chemie auch Anlage, Arbeit, Analytik, Entsorgung und Qualifizierung betrachtet werden. [F02]
Quellen & Methode
Betrachtet werden industrielle Reinigung, Passivierung, Entschichtung und Prozessentwicklung. Produktangaben stammen von Borer; der Teqwave-Fall von dessen Messtechnikpartner. Fraunhofer IPA dient als unabhängige Methodenquelle. Keine eigenen Betriebsversuche oder Interviews. Vergleichs- und Prüfvorschläge sind redaktionelle Ableitungen. Die Datenblätter beschreiben Anwendungsfenster, keine garantierten Kundenresultate.
- [B01] Borer · UnternehmenStand: undatiert; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B03] Borer · Optik und OptoelektronikStand: undatiert; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B06] Borer · Industriebroschüre, sieben ProzessschritteStand: 2023-08-09; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B10] Borer · OP 163Stand: 2024-04-08; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B12] Borer · HT 1217Stand: 2023-11-02; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B05] Endress+Hauser · Monitoring with TeqwaveStand: undatiert; geprüft am 11.10.2026. Partnerdarstellung des Einsatzes im Borer-Testzentrum, kein unabhängiger Kundenvergleich.
- [F01] Fraunhofer IPA · KontaminationsmessungStand: undatiert; geprüft am 11.10.2026. Unabhängige Fachmethodik, kein Borer-Leistungstest.
- [F02] Fraunhofer IPA · ReinigungsvalidierungStand: undatiert; geprüft am 11.10.2026. Unabhängige Fachmethodik, kein Borer-Leistungstest.
- [B14] Borer · High Purity CleaningStand: 2023-11-14; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B15] Borer · MT 21Stand: 2023-11-06; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B16] Borer · MT 41Stand: 2023-11-06; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B07] TÜV Italia · ISO 9001, Nr. 50 100 18565 Rev.001Stand: 2026-03-03; geprüft am 11.10.2026. Zertifikatsdokument vom Anbieter; standortspezifischer Managementsystem-Scope, keine Produktfreigabe.
- [B08] TÜV SÜD · ISO 13485, Q5 126980 0002 Rev.01Stand: 2026-03-11; geprüft am 11.10.2026. Zertifikatsdokument vom Anbieter; standortspezifischer Managementsystem-Scope, keine Produktfreigabe.
- [B11] Borer · de-coat 500/600Stand: 2023-10-18; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B18] Borer · de-coat 100Stand: 2023-10-04; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [B17] Borer · MC FormenreinigungStand: 2023-08-09; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.
- [P02] NGL · Application CenterStand: undatiert; geprüft am 11.10.2026. Öffentliche Unternehmensangabe; Geltung nur für die beschriebene Anwendung.